What’s next in Hamburg!?
Author: Guenter

May 19, 2008

Auch in diesem Jahr gab es auf der next conference in Hamburg umfangreiche Updates darüber, was im Web aktuell so angesagt ist und was uns (vielleicht) in naher Zukunft im Web erwarten wird.

Die Highlights aus der Sicht des Software-Entwicklers waren für mich ganz klar die Strategie von Google im mobilen Markt, die von Amazon angebotenen Services im Bereich IT-Infrastruktur und die Designtipps für Webapplikationen von 37signals. Und, last but not least, die Anregungen zum Enterprise 2.0 als gelebte Organisationsform für Unternehmen.

Alle Vorträge wurden wieder auf Video mitgeschnitten. Zum Teil haben diese haben bereits ihren Weg ins Web gefunden. Zum Beispiel auf der Seite von Fischmarkt.de und auf der Seite der next conference. Hier kann man verpasste Vorträge oder besonders interessante Aussagen noch mal nachvollziehen.

Google Android und die Open Handset Alliance (Michael Jennings, Google.com)

Das Apple iPhone als Maß des mobilen Internet-Erlebnisses soll tatsächlich noch in diesem Jahr Konkurrenz bekommen. Michael Jennings, vom Google Android Development, eräuterte die technischen Ansätze. Basierend auf einem Linux-Stack hat Google ein Open Source Betriebssystem entwickelt für das es im 3. Quartal erste Geräte im Markt geben soll. Die Entwicklergemeinde ist aufgerufen, Ideen und Appliktionen beizugtragen, um das mobile Erlebnis zu vollenden. Die im Web verfügbaren Demos sehen ja super aus. Was jedoch nicht näher erläutert wird, ist die Art und Weise, wie die Werbung uns hier präsentiert wird. Na mal sehen, wie nervig das wird. Sonst wird eben doch wieder das iPhone rausgeholt.

Zuvor hatte Google schon einiges zu Android auf Youtube gezeigt:

“Acceleration the Speed of Innovation” (Werner Vogels, CTO, Amazon.com)

Das Amazon nicht nur Bücher liefert wird jedem schnell klar, der sich mal in dem Shop umsieht. Aber dass Amazon einem Startup auch helfen kann, ohne eigene Investitionen in eine technische Infrastruktur loszulegen und auch, wenn es sein muß, innerhalb kürzester Zeit von einigen wenigen Servern auf über 5000 Server umzuschalten, wurde sehr eindrucksvoll am Beispiel von ANIMOTO erläutert. Diese plötzliche Steigerung der Serverkapazitäten war notwendig geworden, nachdem der Dienst von ANIMOTO bei Facebook eingebunden wurde und die Nutzerzahl plötzich um 25.000 pro Stunde stieg.

Application user interface design (Ryan Singer, 37signals.com)

Ryan Singer, Designer von 37signals, verriet einige seiner Design-Grundsätze, mit denen so benutzerfreundliche Webprogramme, wie basecamp oder backpack gelingen. Und alle Aussagen wurden auch gleich mit anschaulichen und abschreckenden Beispielen erläutert.

 

1. “Think about your flows!”

Denke über den Flow der Anwendung nach. Welches ist die wahrscheinlich nächste Aktion, die der User ausführen wird? Führe ihn dorthin, indem der Fokus dorthin gesetzt wird. Auch mit Farbgestaltungen und Schriftgrößen kann man die Aufmerksamkeit des Benutzers gezielt lenken.

2. “Create comfortable mouse targets”

Gerade bei kleinen Icons sollte auch noch ein Bereich drumherum den Mausklick akzeptieren. Und Farbveränderungen beim “mouse over” signalisieren dem Benutzer, dass er angekommen ist und nur noch klicken braucht.

3. “Go above and beyond because you love it”

Benutzerindividuell verschiebare Bereiche innerhalb der Webseite und auf andere Webseiten, sowie aufklappbare Editierbereiche zeugten von viel Liebe zum Detail.

Enterprise 2.0 (Sören Stamer, CEO, Coremedia.com)

Sören Stamer von Coremedia hat wieder mal in unvergleichlicher Weise Ideen und Erfahrungen bezüglich einer collaborativen Organisationsform in Unternehmen zusammengetragen und höchst überzeugend präsentiert. Schon Sörens Vortrag im letzen Jahr zum gleichen Thema hat uns viele Impulse gegeben, die uns im Laufe des Jahres immer wieder bei organisatorischen Entscheidungen begleitet haben.

Einiges erscheint dem konservativen hanseatischen Herzen auf den ersten Blick doch sehr fortschrittlich und mit den klassischen Organisationsformen von Unternehmen, wie wir sie an der Uni und der Praxis kennengelernt haben, nur schwer vereinbar. Aber im Zusammenhang mit praktischen Erfahrungen in seinem eigenen Unternehmen erklärt, läßt sich erkennen, dass hier eine großartige Organisationsform entwickelt wird. Auch wenn man sich (noch? ) nicht traut, alles für den praktischen Einsatz zu übernehmen, so führen doch auch kleine Teile des Gedankenguts, gerade auch im Umfeld eher konservativer Unternehmen, zu interessanten Aha-Erlebnissen und Erfolgen.

Lieber Sören, bitte bleib dran an dem Thema! Du hast die Ideen und die Infrastruktur, um nicht nur die Theorie weiter zu entwickeln, sondern auch die Praxistauglichkeit zu beweisen. Dein Buch zu dem Thema werde ich mir gleich mal besorgen. Vielen Dank für diesen Innovationsschub aus Hamburg!

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